Rolemaster - Die fallenden Würfel

Kapitel 53: Ein Ritual, ein Spiel und eine hastige Abreise

Die Gruppe führt ein Ritual unter der Leitung von Lewelljen durch um die drei in Lan eingeschlossenen Wesen zu befreien. Während des Rituals geht etwas schief, denn Chinta tauscht mit Belekanê, der Frau Melnibonors den Platz und bleibt an ihrer Stelle im Lan gefangen. Am nächsten Tag will Herr Melnibonor die Stadt in der Unterwelt mit einem Luftschiff verlassen. Beim Zusammenpacken bemerkt die Gruppe, das Chinta auf einer Art Spielbrett unterwegs ist. Nach und nach erscheinen die Gruppenmitglieder bei Chinta. Dem Tiefling Naraja gelingt es eine an ein Ankh gebundene Tänzerin aus dem Spiel zu befreien.

26. April 1456 des 3. Zeitalters, Mittag, Melinbonors Haus
Die Gruppe kommt gegen Mittag abgekämpft und etwas verwundet zurück in das Haus des Herrn Melnibonors. In ihrem Gepäck haben sie drei Glaskörper, in denen sich 3 Frauen befinden, unter ihnen befindet sich auch Belekanê. Wie sich später herausstellt ist es die Ehefrau vom Herrn Melnibonor. Nach dem sich alle ihre Wunden geleckt haben, berät die Gruppe ob Chinta an dem Fest, welches am Abend stattfinden soll, teilnehmen soll oder nicht. Zu diesem Fest hat der Hochmeister der Enklave der hereinbrechenden Nacht Par’Idalor in seinen Magierturm geladen. Die gruppe kommt überein, dass es besser wäre, wenn Chinta nicht am Fest teilnimmt.

Da Segrima immer noch bewusstlos ist, richtet Tirdas ein Mahl her, damit die Gruppe sich stärken kann. Während des Essens suchen die Abenteurer nach einem Weg die Frauen aus dem Lan herauszuholen. Dabei fragt Virrinity ob man ihr auch den Sklavenring abnehmen könne. Chinta nimmt sich dieser Sache an und schafft es den Ring aufzubrechen. Währenddessen erklärt Lewelljen seine Idee und seinen groben Plan für das kommende Ritual.

Die Grundidee ist dabei recht simple. Es soll ein Massenaustausch stattfinden, doch die Umsetzung ist viel schwieriger. So werden mehrere Bannkreise hergestellt. In diesen Kreisen wird mit Tanz und dem Ablesen von Ritualtexten eine Magie beschwört, die dann den Massenaustausch vornehmen soll. Das dabei viele und auch sehr kostspielige Reagenzien benötigt werden liegt auf der Hand.

Lewelljen stellt folgende Einkaufsliste zusammen:

Drolholz im Wert von 50 Gold
gutes Öl im Wert von 10 Gold
verschiedene Salze im Wert von 100 Gold
Goldstaub im Wert von 10 Gold
Weihrauch im Wert von 5 Gold
10 Ritualroben im Wert von je 1 Gold
2 vergoldete Schilde im Wert von je 5 Gold
ein kompliziertes Puzzle im Wert von 50 Gold
Swekmahrellenblätter im Wert von 150 Gold
Sprunggelenkknochen eines Zwergdrachen im Wert von 100 Gold
vergoldeter Singvogelkäfig im Wert von 10 Gold
sowie 10 Galênasblätter

Er selbst steuert folgende Zutaten bei:
Edelsteine im Wert von 450 Gold
Golgnuggets im Wert von 40 Gold

Nachdem die Materialen beschafft wurden soll sich die Gruppe ausgiebig Reinigen und Stärken. Währenddessen malt Lewelljen die Bannkreise auf, anschließend soll das Geisterrufen stattfinden und zum Schluss soll das eigentliche Hauptritual stattfinden. Alles im Allen soll der gesamte Prozess fast 2 Tage dauern.

Kurz bevor das Ritual im Keller des Hauses stattfindet richtet Herr Melnibonor das Wort an die Gruppe: „Ich rechne es Euch hoch an und seid euch gewahr, dass kein Feind von außen eindringen wird!“ nach dieser Ansprache nehmen die Abenteurer ihre zugewiesenen Plätze ein. Der Kronk setzt sich vor den Eingang, Melnibonor und Slukarnor beziehen ihre Stellung in der Eingangshalle des Anwesens. Chinta steht im kleinen Kreis am Kopfende der Ritualzone, die Tänzerinnen, darunter Virrinity und Solaja, die Leser Tirdas und Kasra gehen ebenfalls auf ihre Posten. Naraja soll während des Rituals die Glaskörper an die entsprechende Stelle legen, der Pixie wird mit einem Puzzel beschäftigt. Bevor das Ritual beginnt trinken alle Tänzerinnen einen Blütentee, der Kronk und die Leser nehmen Grodkraut zu sich. Chinta beschwert sich noch über die Qualität der Ritualtuniken und beschließt ihren Tanz nackt auszuführen.

Lewelljen beginnt das Ritual mit einem Blutopfer, die Tänzerinnen beginnen sich zu bewegen und spielen mit kleinen Instrumenten etwas Musik. Die Leser beginnen zu lesen. Diese Mischung aus Tanz, Gesang und Musik lässt Magie im Keller erscheinen. Zuerst tritt Nebel auf. Alle magischen Wesen spüren eine Erschütterung der Präsenz aus dem Äter. Der Kronk, welcher am Eingang sitzt schläft unter den sonoren Klängen ein.

Plötzlich erscheint neben Tirdas ein froschartiges Wesen, bewaffnet mit Speer und Schild. Es knurrt und beleckt sich seine Zähne, der Kronk, welcher durch das Knurren erwacht stürmt auf den Dämon zu, ohne dabei das Ritual zu stören, ebenso Naraja. Der Pixie konzentriert sich weiter auf sein Puzzel, bereitet aber seine Schleuder vor. Der Nenk, so nennt sich das Wesen geht auf den Pixie los, da dieser ihn mit einem Stein beworfen hat. Naraja und der Kronk kämpfen erfolgreich mit dem Nenk. Dieser wird förmlich in mehrere Teile gehackt und stört das Ritual nicht weiter. Der Kronk filzt die Überreste und findet einen kostbaren Speer. Dann geht er zurück auf seinen Posten und wacht weiter.

Das Ritual geht weiter, plötzlich schlägt magische Energie durch den Raum und konzentriert sich bei Lewelljen. Im Raum steigt die Temperatur stark an, Figuren manifestieren sich und die Wände beginnen sich zu wölben. Lewelljen spürt einen drohenden Kontrollverlust bei sich, beschließt das Ritual aber auf Biegen und Brechen zu beenden. Er ruft „Nimm Belakannê!“ Chinta unterbricht ihren Tanz und steigt in den bereitgestellten Wassertrog. Die magische Energie flammt noch einmal auf, das Wasser brodelt und schließlich wird es mit einem Schlag dunkel. Der Raum ist verwüstet, Lewelljen liegt vollkommen erschöpft am Boden. Man kann Husten und Röcheln hören.

Der Kronk rennt zum Wassertrog und zieht eine Frau aus dem Wasser. Belakannê erwacht und fragt wo sie ist. Der Kronk antwortet „In Sicherheit und im Haus eures Gatten“ als ob der Herr des Hauses auf dieses Stichwort gewartet hat betritt er den Keller. Seine Rüstung ist Blutverschmiert, nimmt seine Frau in seine Arme und will sie nach oben bringen. Beim hinausgehen wendet er sich an die Gruppe: „Ich stehe tief in Eurer Schuld…“ Tirdas entgegnet ihm aber „Vermutlich steht Ihr in Chintas Schuld…“ Melnibonor wendet sich daraufhin an den ratlosen Lewelljen, beschließt dann aber den Keller mit seiner geretteten Frau zu verlassen. Slukanor bringt Lewelljen etwas Wein und berichtet wer eigentlich aus dem Lan befreit wurde.

Belakannê ist die Königin vom Irem, der Stadt der 1000 Säulen. Kasra wird bei diesem Titel hellhörig und erinnert sich an eine alte Legende der Heradrim: Dem nach ist Irem eine Stadt, welche an einer Oase errichtet wurde. Diese Stadt war sehr reich, auch Reich an Hochmut und wegen dieses Hochmutes wurde sie von Ormut verschlungen. Der Legende nach erscheint sie alle 100 Jahre an ihrem ursprünglichen Ort und gilt seitdem als ewiger Jungbrunnen. Wenn sich alle Bewohner vom Hochmut gereinigt haben kann Irem zurückkehren, aber nur für die wahren Gläubigen. Als letzten Zusatz erzählt Kasra, dass die Stadt für den König der Efrit oder die Gin gebaut wurde…

Die Gruppe sammelt sich und versucht mit dem fehlgeschlagenen Ritual zum zugehen. Der Pixie, Naraja und der Kronk sitzen bei den Glasfiguren und betrinken sich. Tirdas und Lewelljen meditieren, Kasra und Virrinity gehen schlafen.

28. April 1456 des 3. Zeitalters, gegen 08:00 Uhr morgen, es ist immer noch heiß und dunkel

Die Gruppe versammelt sich in der Küche um zu frühstücken. Derweil hat Herr Melnibonor nach einem Luftschiff schicken lassen um die Stadt zu verlassen und er lädt die Abenteurer ein mitzukommen. Mit den Worten „Man hat sich hier Feinde gemacht!“ entschließt sich die Gruppe den Herren Melnibonor zu begleiten. Das Personal beginnt alles einzupacken. Die Gruppe hilft dabei nach besten Wissen und Gewissen. Als die größten Dinge zusammengepackt sind, spielen Virrinity und Tirdas Schach. Dabei scheint das Elbenweib in eine Art Trance zu verfallen.

Virrinitys Vision
Sie findet sich in einem grünen, dichten Wald wieder. Sie selbst ist in ein blaues Leuchten eingehüllt. Sie hört Vogelgesang, kann den Duft des Sommerwaldes wahrnehmen, dennoch fühlt sie sich nicht so recht mit diesem Ort verbunden. Als Virrinity ein Knacken hört blickt sie zu dem Geräusch und erkennt eine nackte Chinta. Sie schleicht durch den Wald. Virrinity folgt ihr in einem gewissen Abstand. Sie stimmt die Melodie des Rituals an um zu sehen ob Chinta auf die aufmerksam wird, doch durch das Erscheinen von zwei zwielichtigen Gestalten wird die Tänzerin abgelenkt und Virrinty kehr zum Schachspiel zurück.

Dort berichtet Virrinity Tirdas von ihrem Erlebnis. Beide beschließen sich mehr auf das Schachspiel zu konzentrieren um noch einmal mit Chinta Verbindung aufzunehmen. Derweil will Leweljen zum Markt um seine Vorräte wieder aufzufüllen. Und er will etwas mehr über den leuchtenden Stein aus dem „Nabel der Göttin“ erfahren. Ein Bote kommt zurück ins Haus und verkündet, dass das Schiff Nordwind unter dem Kapitän Apeiran aus den schwarten Eichen am Abend zur Abreise bereit steht. Lewelljen untersucht den gefundenen Stein genauer und erlebt eine Vision:

Lewelljen und der Stein
Es ist ein Ort zu erkennen, der in der heutigen Zeit als die fallende Wand genannt wird. Doch hat sich zum Zeitpunkt der Vison der große Felssturz nicht ereignet. Ein prächtiger Palast thront über dem gesamten Ort. Denn es ist der Palast des Donnerfürsten vom Großvaterberg. Ein mächtiger Magier wollte die Tochter des Donnerfürsten entführen und war mit seinem Plan auch erfolgreich. In der Gefangenschaft bekam die Tochter selbst ein Kind. Der Legende nach war sie so schön wie ihre Mutter und hatte den Willen ihres Vaters. Man nannte dieses Kind Siebental. Trotz der Gefangenschaft war das Mädchen in der Lage Gut und Böse voneinander zu unterscheiden. Ihr Vater trachtete jedoch nach der Zerstörung des Palastes des Donnerfürsten. Bei diesem Unterfangen wurde der Palast zerstört, aber auch Siebental in Mitleidenschaft gezogen. So erstarrte die Tochter zu Stein. Nach dem sich die Unruhen gelegt hatten wurde zu Ehren von Siebental ein Kloster gegründet. Im Bauchnabel dieser Statue war der Stein eingelassen, welcher seit jeher als Essenz der Macht von Siebental galt und ein Schlüssel zu einer minderen Göttlichkeit barg. Etwa 1000 Jahre später fielen Reiterhorden in das Land ein und die Anführerin brach diesen Stein aus dem versteinerten Bauchnabel…

Als Lewelljen wieder bei Sinnen ist erzählt ihm Virrinity ihre Vision und dem vermeintlichen Zusammenhang mit dem Schachspiel, daraufhin wird das Schachspiel eingepackt. Währenddessen fällt Naraja in eine Vision:

Narajas Vision
der Tiefling findet sich an einem seltsamen Ort mit blauen Himmel wieder. Grüne Büsche, Wind, Vogelgesang, Wälder, Hügel und saftiges Gras sind zu erkennen. Auf einem der naheliegenden Hügel steht ein Ankh. Daran hängt eine weibliche humanoide Gestalt, welche durch zwei Orks bewacht wird. Naraja bemerkt ein ähnliches blaues Leuchten an sich, was ihn jedoch nicht von einem Angriff auf die beiden Wachen abhält. Recht zügig sterben beide Orks, sodass er das weibliche Wesen abnehmen kann, welches er als Tempeltänzerin erkennt. Er fragt was sie an diesem Ort mache, darauf bekommt er „Der Priester hat mich ins Spiel geschickt…“ zuhören. Naraja wendet seine Fähigkeit der ersten Hilfe auf die Tänzerin an und legt ihr zudem seinen Brustharnisch an. Eigenartiger Weise leuchtet dieses Rüstungsteil ebenso blau, auch als er es der Frau angelegt hatte. die Verbindung zu diesem Ort und auch zur Tempeltänzerin scheint langsam zu schwinden.

Als der Tiefling aus seiner Vision erwacht hält er die Tempeltänzerin in seinen Armen, welche sich später als Neferti vorstellt. Die Gruppe ist über diese Wendung sichtlich überrascht und hilft der Geretteten zunächst, bevor sie durch Lewelljen befragt wird. Diese erzählt von dem Magierturm. Dort befand sich unter einem Glasboden ein Spielfeld mit 3 konzentrischen Kreisen. Sie war eine von fünf Spielfiguren, deren Ziel es war in die Mitte der Kreise vorzudringen. Ursprünglich sollte noch eine sechste Figur im Spiel sein, diese fehlte aber von Anfang an. Während die Tänzerin ihr wissen teilt, erkennt sie Chinta und bestätigt den Verdacht, dass Chinta selbst auf dem Spielfeld unterwegs ist. Die Gruppe schlussfolgert, dass es sich um ein neues Portal handelt, welches dem Sultan der Stadt ermöglicht an jedem Ort zu erscheinen um seinen eigenen Reichtum zu mehren.

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azraelis

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